Strompreis und EEG-Umlage – wer zahlt eigentlich wofür?

Rund die Hälfte des Strompreises sind Steuern und Abgaben. Aber welche sind das? Und warum ist das so? Die EEG-Umlage macht den größten Teil der Steuern und Abgaben aus.

Erneuerbare Energie – die Natur als Stromquelle

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen. Aber da wir deswegen nicht weniger Strom (ver-) brauchen, muss er anderweitig erzeugt werden. Die Natur scheint ein verlässlicher Partner, denn Sonne, Wind und Wasser stehen nahezu unbegrenzt zur Verfügung. Allerdings brauchen wir neue Anlagen, um aus Sonne, Wind und Wasser Strom zu erzeugen.

Neue Anlagen zur Stromerzeugung

Um den Neubau von Photovoltaikanlagen, Windrädern und Wasserkraftwerken attraktiv zu machen, hat der Gesetzgeber zwei Dinge geregelt: Anschluss- und Abnahmeverpflichtung der Netzbetreiber zur Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien sowie feste Vergütungssätze für den eingespeisten Strom. Seit Einführung des EEGs im Jahr 2000 ist die Strommenge, die nach dem Gesetz vergütet wird – also die erneuerbaren Energien – um das elffache auf 150.000 Gigawattstunden im Jahr 2014 gestiegen.

Die Umlage für Ökostrom steigt im Jahr 2016 an

Die EEG-Umlage steigt im Jahr 2016 von 6,17 Cent auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Doch wie kommt es zu dieser Entwicklung? Die Übertragungsnetzbetreiber kaufen den Strom, der von den Betreibern der Erneuerbare- Energien-Anlagen erzeugt wird. Gemäß des Erneuerbare Energien Gesetzes muss dieser Strom von den Netzbetreibern vorrangig aufgekauft und den Stromerzeugern zu festgeschriebenen Preisen vergütet werden. Den aufgekauften Strom verkaufen die Netzbetreiber an der Strombörse. Der Erlös, den sie erhalten, hängt vom jeweiligen Strompreis an der Börse ab. Da der Strompreis an der Börse gegenwärtig sehr niedrig ist, deckt der Erlös nicht die Ausgaben, die die Netzbetreiber beim Einkauf des Stroms aus erneuerbaren Energien haben.

Diese Differenz wird über die EEG-Umlage gedeckt. Um die EEG-Umlage festzulegen, erstellen die Übertragungsnetzbetreiber zusammen mit anerkannten Forschungsinstituten eine Prognose über ihre voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen. Die Bundesnetzagentur prüft, ob dabei die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden.