Wissenswertes zur Energiekrise

Alle Infos aus Politik und Gesellschaft zur aktuellen Krisensituation

Transparenz in der Energiekrise

Die Energiekrise beschäftigt uns alle und hat die Nachrichten, aber auch allmählich unsere Gewohnheiten fest im Griff. Bei der Vielzahl an Berichterstattungen kann es schwierig sein den Überblick zu behalten. Darum beleuchten wir hier für Sie alle wichtigen Hintergründe - und das mit einem besonderen Fokus auf Sie, uns und unsere Region. 

Gas-Umlage

Bundeskabinett verabschiedet zeitlich befristete Gas-Umlage für sichere Wärmeversorgung im Herbst und Winter

Um die Wärme- und Energieversorgung in der kommenden Kälteperiode zu sichern, hat das Bundeskabinett im schriftlichen Umlaufverfahren am 4. August 2022 eine befristete Gas-Sicherungsumlage auf Basis des § 26 Energiesicherungsgesetz verabschiedet. Ziel ist es, in der durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelösten Energiekrise Insolvenzen und Lieferausfälle in der Gasversorgung zu verhindern und so die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Die befristete Umlage soll durch weitere, zielgenaue Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger und eine Verlängerung der Hilfsprogramme für die Wirtschaft flankiert werden.

Die Rechtsverordnung der Bundesregierung wird dem Bundestag nun zur Konsultation vorgelegt. Anschließend wird sie im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Rechtsverordnung soll voraussichtlich Mitte August 2022 in Kraft treten und vom 1. Oktober 2022 greifen. Sie endet am 1. April 2024. Die Geltung der Rechtsverordnung ist entsprechend den gesetzlichen Vorgaben des Energiesicherungsgesetzes zeitlich befristet, sie gilt bis zum 30. September 2024.

Vizekanzler und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck:
„Russland hat mit dem Angriff auf die Ukraine auch eine schwere Energiekrise produziert, künstliche Energieknappheit geschaffen und die Preise in die Höhe getrieben. Dieser externe Schock trifft unser Land, das über Jahre stark von günstigem Gas aus Russland abhängig war, besonders. Wir setzen alles daran, unabhängiger zu werden und sind auf einem guten Weg. Wir müssen uns darauf aber einstellen: Gas ist inzwischen ein knappes und teures Gut.“

Habeck betonte: „Die befristete Umlage ist eine Folge der durch Russland verursachten Krise. Sie ist kein leichter Schritt, aber sie ist nötig, um die Wärme- und Energieversorgung in den privaten Haushalten und in der Wirtschaft zu sichern. Dabei werden die Kosten möglichst solidarisch verteilt: Die betroffenen Gasimporteure tragen bis zum Oktober alle Kosten für die Ersatzbeschaffung allein. Danach werden diese gleichmäßig auf viele Schultern verteilt. 10 Prozent der Kosten tragen die betroffenen Gasimporteure für die Zeit der Umlage selbst.“

Der Minister machte deutlich: „Die Entscheidung der Bundesregierung für die befristete Umlage wird und muss von weiteren Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger begleitet werden. Wir haben uns in einem ersten Schritt auf zielgenaue Entlastungen verständigt, die gerade jenen helfen, die wenig haben. Weitere Entlastungsschritte sind aus meiner Sicht dringend nötig. Die Krise, die Russlands völkerrechtswidriger Angriff, produziert hat, braucht eine starke soziale Antwort.“
Habeck sagte weiter: „Auch ein Teil der Unternehmen steht durch die hohen Preise unter Druck. Entsprechend werden wir die Hilfsprogramme verlängern und so in dieser Krise helfen. Es geht hierbei um den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Aufrechterhaltung von Lieferketten.“

Näheres zur Verordnung finden Sie hier.

Eine ausführliche FAQ Liste zur Rechtsverordnung finden Sie hier.

 

Nico Schellmann - Werkleiter Netze und Technik

Kommentar zur Gas-Umlage

Die finanzielle Stützung der Importunternehmen in der Lieferkette zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist sinnvoll. Eine Umlage ist geeignet, die durch die russischen Lieferkürzungen erforderlichen Ersatzbeschaffungskosten solidarisch zu verteilen. Gleichzeitig sollte aber vor dem Hintergrund des aktuellen Gaspreisniveaus und möglicherweise weiteren notwendigen Preisanpassungen auch die Sozialverträglichkeit für die Haushalte Berücksichtigung finden. Hier ist die Politik gefordert, Lösungen zu präsentieren.

Notfallplan Gas

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23. Juni 2022 nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt. Der Notfallplan Gas hat drei Stufen, die dritte ist die Notfallstufe.

Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt. Zwar sind die Gasspeicher mit 58 Prozent stärker gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen erreichbar. Dies zeigen Berechnungen der Bundesnetzagentur. Damit liegt aktuell eine Störung der Gasversorgung vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt; die Ausrufung der Alarmstufe ist daher notwendig. Die europäischen Partner wurden über den Schritt informiert.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, erklärte hierzu: „Auch wenn aktuell noch Gasmengen am Markt beschafft werden können und noch eingespeichert wird: Die Lage ist ernst, und der Winter wird kommen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Die Drosselung der Gaslieferungen ist ein ökonomischer Angriff Putins auf uns. Es ist offenkundig Putins Strategie, Unsicherheit zu schüren, die Preise zu treiben und uns als Gesellschaft zu spalten. Dagegen wehren wir uns. Es wird aber ein steiniger Weg, den wir jetzt als Land gehen müssen. Auch wenn man es noch nicht so spürt: Wir sind in einer Gaskrise. Gas ist von nun an ein knappes Gut. Die Preise sind jetzt schon hoch, und wir müssen uns auf weitere Anstiege gefasst machen. Das wird sich auf die industrielle Produktion auswirken und für viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine große Last werden. Es ist ein externer Schock.“

Der Minister betonte weiter: „Als Bundesregierung setzen wir alles daran, die Folgen zu mildern und die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. Die Befüllung der Gasspeicher hat jetzt oberste Priorität. Wir kümmern uns um alternative Gas-Lieferungen und bauen mit Hochdruck die nötige Infrastruktur. Wir beschleunigen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in nicht gekannter Weise. Es wird eine nationale Kraftanstrengung. Aber wir können sie in Solidarität miteinander bewältigen - Bund, Länder und Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, die Zivilgesellschaft. Energie einzusparen, ist das Gebot der nächsten Monate. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – sollten den Gasverbrauch möglichst weiter reduzieren, damit wir über den Winter kommen. Als Regierung treiben wir die Energieeffizienz voran und setzen auch bei uns im Ministerium Energiesparmaßnahmen um.“ (www.bmwk.de)

Häufig gestellte Fragen zum Notfallplan Gas beantwortet das BMWK.

Nico Schellmann - Werkleiter Netze und Technik

Kommentar zur aktuellen Situation

Die Aktivierung der Alarmstufe des Notfallplans Gas ist eine aus unserer Sicht angemessene, vorausschauende und sinnvolle Maßnahme. Denn nur so kann es gelingen, die Gasspeicher bis kommenden November mi den erforderlichen 90 Prozent zu füllen. Für die Verbraucher:innen sind zunächst keine direkten Auswirkungen oder Energiepreiserhöhungen zu erwarten. An der zuverlässigen Belieferung mit Gas und Strom ändert sich dadurch nichts.

Die Entwicklung 2022 im Überblick

Der Arbeitspreis steigt um 0,35 Cent pro Kilowattstunde.

Preiserhöhung Strom

Die Preise an den Stromterminmärkten sind innerhalb eines Jahres um über 180 % gestiegen, unter anderem, weil 2021 ein sehr windschwaches Jahr war. Die risikoarme Langfristbeschaffung der Stadtwerke Norderstedt mildert den Anstieg der Strombeschaffungspreise zwar deutlich ab, jedoch ist eine Erhöhung der Strompreise zum 01.01.2022 unvermeidbar. Gleichzeitig sinkt die EEG-Umlage deutlich und fängt einen Anteil der Preiserhöhung auf, sodaß die Preisanpassung unterm Strich sehr moderat ausfällt.

Frühwarnstufe wird ausgerufen

Gasnotfallplan

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck hat die Frühwarnstufe und damit die niedrigste von drei möglichen Stufen ausgerufen. Habeck betonte, „Die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet. Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe. Dennoch müssen wir die Vorsorgemaßnahmen erhöhen, um für den Fall einer Eskalation seitens Russlands gewappnet zu sein. Mit Ausrufung der Frühwarnstufe ist ein Krisenteam zusammengetreten. Das Krisenteam analysiert und bewertet die Versorgungslage, so dass - wenn nötig – weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen werden können.“

Der Arbeitspreis steigt um 2,33 Cent für Neu- und 8,65 Cent für Bestandskunden pro Kilowattstunde.

Preiserhöhung Gas

Der Aufwärtstrend am Erdgasterminmarkt erreichte im Dezember 2021 einen historischen Höchstwert. Die Erdgaspreise am Energiemarkt halten sich seitdem nicht nur auf hohem Niveau, sondern erhielten einen weiteren Aufwärtstrend durch saisonal deutlich unterdurchschnittlich gefüllte Speicher sowie eine angespannte Versorgungslage aufgrund politischer Entwicklungen. Während die Preise an den Beschaffungsmärkten innerhalb eines Jahres zeitweise um über 800 % gestiegen sind, konnten die Stadtwerke Norderstedt aufgrund einer risikoarmen Langfristbeschaffung den Anstieg der Erdgasbeschaffungspreise zwar deutlich abmildern, eine Erhöhung der Gaspreise ist dennoch unvermeidbar. Für Neukunden galt bereits seit 1. Januar 2022 ein höherer Arbeitspreis. Bestandskunden haben bis 31. März von günstig in der Vergangenheit beschafften Energiemengen profitiert.

Gesenkte Steuersätze vom 1. Juni bis 31. August 2022

Absenkung der Energiesteuer für Kraftstoffe

Auf Kraftstoffe wie Benzin und Diesel wird die Energiesteuer erhoben. Sie richtet sich nach der Menge des verbrauchten Kraftstoffs. Seit dem Jahr 2003 ist der Energiesteueranteil unverändert und hat somit keinen Anteil an den aktuell steigenden Preisen. Der Energiesteuersatz für Benzin beträgt 65,45 Cent/Liter, für Diesel liegt der Steuersatz bei 47,04 Cent/Liter. Im Zeitraum vom 1. Juni bis 31. August 2022 sollen die Steuersätze für Diesel auf 33 Cent/Liter gesenkt werden, für Benzin auf 35,9 Cent/Liter.

Gültig für Juni, Juli, August 2022

9-Euro-Ticket

Für 9 Euro fahren Sie einen Monat lang im Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland.

Alarmstufe wird ausgerufen

Gasnotfallplan

Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt. Zwar sind die Gasspeicher mit 58 Prozent besser gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis Dezember kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen leistbar. Dies zeigen Szenarienrechnungen der Bundesnetzagentur. Damit liegt aktuell eine Störung der Gasversorgung vor, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt; die Ausrufung der Alarmstufe ist daher notwendig. Die europäischen Partner wurden über den Schritt informiert. (www.bmwk.de)

Der Arbeitspreis sinkt um 3,723 Cent pro Kilowattstunde.

Absenkung der EEG-Umlage

Am 28.04.2022 hat der Bundestag dem EEG-Umlage-Entlastungsgesetz zugestimmt. Das Gesetz wurde vom Bundesrat am 20.05.2022 gebilligt. Damit erfolgt bereits zum 01.07.2022 die vorzeitige Herabsetzung der aktuell gültigen EEG-Umlage von 3,723 auf 0 Cent pro Kilowattstunde.

voraussichtlich hohe Preiserhöhung Strom und Gas

Der Arbeitspreis steigt um 4,73 Cent pro Kilowattstunde.

Preiserhöhung Strom

Außergewöhnlich starke Preisanstiege an den Stromhandelsplätzen sowie die Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine erschweren die Strombeschaffung und schlagen sich auf die Kosten nieder. Die Stadtwerke Norderstedt konnten aufgrund einer risikoarmen Langfristbeschaffung den Anstieg der Strombeschaffungspreise bisher deutlich abmildern. Jedoch werden Planabweichungen noch während des Lieferjahres eingedeckt, was nun zu deutlichen Mehrkosten führt. Aus diesem Grund ist eine Erhöhung des Arbeitspreises um 4,73 Cent pro Kilowattstunde zum 01.08.2022 unvermeidbar. Unter Berücksichtigung der Herabsetzung des aktuell gültigen Arbeitspreises um 4,43 Cent pro Kilowattstunde durch die Senkung der EEG-Umlage zum 01.07.2022 erhöht sich dieser zum 01.08.2022 gegenüber dem 30. Juni 2022 um 0,30 Cent pro Kilowattstunde. Die Grundpreise bleiben unverändert. (Alle Preise inkl. MwSt.)

Der Arbeitspreis steigt um 8,84 Cent pro Kilowattstunde.

Preiserhöhung Gas

Der Beschaffungspreis kennt seit 2021 nur eine Richtung, nach oben. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat diesen Trend 2022 verstärkt. Hinzu kommt die Einführung der von der Bundesregierung eingeführten Gasbeschaffungs- und Gasspeicherumlage zur Stabilisierung der Energiemärkte bzw. Füllung der Gasspeicher. Der Stadtwerkeausschuss hat der Preisanpassung des Grundversorgungstarifs zum 1. Oktober 2022 mit großer Mehrheit zugestimmt. Konkret bedeutet das eine Erhöhung des Arbeitspreises um 8,84 auf dann 23,24 Cent pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer. Darin enthalten sind 2,419 Cent pro Kilowattstunde für die Gasbeschaffungsumlage sowie 1 Cent pro Kilowattstunde für die Gasspeicherumlage*. Für einen Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 17.000 Kilowattstunden ist dies eine Mehrbelastung von 478,04 Euro für das vierte Quartal 2022. Bezogen auf ein gesamtes Kalenderjahr läge die Erhöhung bei 1502,80 Euro. Eine Anpassung der Sondertarife in vergleichbarem Umfang wird folgen. Zur Vermeidung einer hohen Nachzahlung bei der nächsten Jahresabrechnung empfehlen die Stadtwerke Norderstedt dringend, den monatlichen Abschlag an die gestiegenen Energiepreise anzupassen! Dazu haben die Stadtwerke Norderstedt im Kundenportal auf der Homepage extra eine Abschlags-Ampel installiert die anzeigt, ob die Höhe des Abschlags richtig eingestellt ist oder verändert werden sollte.

Energiepreispauschale für alle einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen

Nachzahlungen rechtzeitig vorbeugen

Abschlagszahlungen anpassen

Haben Sie ihre monatlichen Abschlagszahlungen bereits angepasst, damit die nächste Jahresabrechnung nicht zur bösen Überraschung wird? Wenn ja, behalten Sie ihre Verbräuche weiter im Blick und versuchen Sie, sie weiter zu reduzieren. Falls nicht, sollten Sie jetzt handeln. Die Gaspreise haben sich seit Jahresbeginn verdreifacht. Nur wenn Sie auch Ihre monatlichen Abschläge im Vergleich zum Vorjahr zumindest verdoppeln, können Sie einer hohen Nachzahlung bei der nächsten Jahresabrechnung vorbeugen. Loggen Sie sich im Kundenportal ein bzw. registrieren Sie sich mit Ihrer Kunden- und Zählernummer und folgen Sie den Menüanweisungen. Die Anpassung der Abschläge ist ganz einfach. Oder schicken Sie uns eine E-Mail mit Ihrer Kundennummer und dem gewünschten Abschlag. Natürlich können Sie uns auch im ServiceCenter in der Rathausallee besuchen. Wir sind gern für Sie da und beraten Sie persönlich dabei, die Höhe Ihres künftigen Abschlags zukunftstauglich zu machen.

Häufig gestellte Fragen zur Energiekrise

Werden die Gaspreise weiter steigen?

Durch eine langfristig angelegte Beschaffungsstrategie reichen die bereits zur Versorgung unserer Kundinnen und Kunden eingekauften Gasmengen bis zum Ende der Heizperiode. Eine Anpassung der Gaspreise zum 1. April und zum 1. Oktober 2022 war jedoch unvermeidbar. Eine Gaspreisübersicht finden Sie hier. Durch den Krieg in der Ukraine werden die Gaspreise leider weiter steigen. Das ist bereits jetzt durch die nochmals gestiegen Großhandelspreise für Gas erkennbar. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine erneute Preisanpassung in diesem Jahr relativ unwahrscheinlich, aber möglich.

Auch wenn der Gasverbrauch im Zuge der saisonal steigenden Temperaturen in den kommenden Monaten sinken wird, empfehlen wir allen Haushalten, die monatlichen Abschlagzahlungen an die gestiegenen Preise anzupassen.

Wie sicher ist die Gasversorgung?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat am 23. Juni nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die zweite von drei Stufen des Notfallplan Gas ausgerufen, die sog. Alarmstufe. Sie tritt ein, wenn laut Notfallplan Gas „eine Störung der Gasversorgung oder eine außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas vorliegt, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage führt, der Markt ist aber noch in der Lage, diese Störung oder Nachfrage zu bewältigen, ohne dass nicht marktbasierte Maßnahmen ergriffen werden müssen.“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sagt dazu: „Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt. …Grund für die Ausrufung der Alarmstufe ist die seit dem 14. Juni 2022 bestehende Kürzung der Gaslieferungen aus Russland und das weiterhin hohe Preiseniveau am Gasmarkt.“

Auch für unser Versorgungsgebiet gilt, dass die Versorgungssicherheit gegenwärtig gewährleistet ist.

Wie stark ist Deutschland auf Gaslieferungen aus Russland angewiesen?

Russland liefert mehr als 50 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases. Seit dem 14. Juni 2022 besteht eine Kürzung der Gaslieferungen aus Russland. Zwar sind die Gasspeicher mit 58 Prozent stärker gefüllt als im Vorjahr. Doch sollten die russischen Gaslieferungen über die Nord Stream 1-Leitung weiterhin auf dem niedrigen Niveau von 40 Prozent verharren, ist ein Speicherstand von 90 Prozent bis November kaum mehr ohne zusätzliche Maßnahmen erreichbar. Dies zeigen Berechnungen der Bundesnetzagentur.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, erklärte hierzu: „Auch wenn aktuell noch Gasmengen am Markt beschafft werden können und noch eingespeichert wird: Die Lage ist ernst, und der Winter wird kommen. Wir dürfen uns nichts vormachen: Die Drosselung der Gaslieferungen ist ein ökonomischer Angriff Putins auf uns. Es ist offenkundig Putins Strategie, Unsicherheit zu schüren, die Preise zu treiben und uns als Gesellschaft zu spalten. Dagegen wehren wir uns. Es wird aber ein steiniger Weg, den wir jetzt als Land gehen müssen. Auch wenn man es noch nicht so spürt: Wir sind in einer Gaskrise. Gas ist von nun an ein knappes Gut. Die Preise sind jetzt schon hoch, und wir müssen uns auf weitere Anstiege gefasst machen. Das wird sich auf die industrielle Produktion auswirken und für viele Verbraucherinnen und Verbraucher eine große Last werden. Es ist ein externer Schock.“

Der Minister betonte weiter: „Als Bundesregierung setzen wir alles daran, die Folgen zu mildern und die Versorgungssicherheit aufrecht zu erhalten. Die Befüllung der Gasspeicher hat jetzt oberste Priorität. Wir kümmern uns um alternative Gas-Lieferungen und bauen mit Hochdruck die nötige Infrastruktur. Wir beschleunigen den Ausbau der Erneuerbaren Energien in nicht gekannter Weise. Es wird eine nationale Kraftanstrengung. Aber wir können sie in Solidarität miteinander bewältigen - Bund, Länder und Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, die Zivilgesellschaft. Energie einzusparen, ist das Gebot der nächsten Monate. Alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – sollten den Gasverbrauch möglichst weiter reduzieren, damit wir über den Winter kommen. Als Regierung treiben wir die Energieeffizienz voran und setzen auch bei uns im Ministerium Energiesparmaßnahmen um.“ Um den Gasverbrauch in der Stromerzeugung zu senken, wird die Bundesregierung, wie am 19. Juni angekündigt, zusätzliche Kohlekraftwerke aus der Bereitschaft abrufen.

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf die Stromversorgung?

Derzeit befinden sich deutschlandweit noch 130  Kohlekraftwerke und drei Atomkraftwerke zur Stromerzeugung in Betrieb. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland beträgt mittlerweile mehr als 46 Prozent. Noch besser ist die Lage in Schleswig-Holstein: hier erreichten die Erneuerbaren Energien in 2020 einen Anteil von 86 Prozent an der Stromerzeugung. Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf Windenergie. Hinzu kommt eine große Menge von Reserve-Kraftwerken, die in Deutschland vorgehalten werden, um beim zunehmenden Einsatz Erneuerbarer Energien eine ausreichende Versorgungssicherheit herzustellen.

Werden die Strompreise weiter steigen?

Durch den Krieg in der Ukraine werden die Strompreise vermutlich leider weiter steigen. Die langfristig angelegte Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Norderstedt und die Abschaffung der EEG-Umlage werden wahrscheinlich genügen, um unsere Kundinnen und Kunden vor größeren Mehrbelastungen zu schützen, obwohl eine kurzfristige Erhöhung der Strompreise unvermeidbar ist. Unsere Anstrengungen zielen darauf ab, insbesondere Kundinnen und Kunden, die unserer Stromversorgung langfristig vertrauen, eine größtmögliche Preisstabilität zu gewährleisten.

Wie kann ich steigenden Energiepreisen begegnen?

Solange alles reibungslos funktioniert gerät der eigene Energieverbrauch nur all zu leicht aus dem Fokus. Empfehlungen zur energetischen Sanierung, zum Heizungstausch und zur Anschaffung effizienter Haushaltsgeräte sind gute und sinnvolle Ratschläge, die aber mit mehr oder weniger großen Investitionen verbunden und nicht ohne weiteres kurzfristig umsetzbar sind. Aber es existieren auch Maßnahmen, die sich relativ leicht anwenden lassen.

Die Experten unseres eigenen Energiemanagementsystem haben die wichtigsten Tipps zum Energiesparen im Haushalt zusammengefasst.

Der richtige Tarif: viele Haushalte beziehen Strom oder Gas in der Grundversorgung. Mit einem unkomplizierten Wechsel in einen Sondertarif lassen sich ganz einfach ein paar Euro sparen, ohne gleich den Anbieter wechseln zu müssen.

Kennen Sie schon unseren EnergiesparCheck? Am günstigsten ist die nicht verbrauchte Energie. Hier setzt unser kostenfreier Energiesparcheck mit einer mehrstufigen Beratung vor Ort oder auch per Videocall an. Hier finden Sie alle Informationen wie es geht.

Zwar ist der Winter dann vorbei und die monatlichen Verbräuche sinken, denken Sie trotzdem daran, Ihre monatliche Abschlagszahlung rechtzeitig an die gestiegenen Energiepreise anzupassen, damit bei der nächsten Jahresabrechnung alles passt und es keine Überraschung gibt. Über unser Kundenportal können Sie Ihre Abschläge bequem und unkompliziert online ändern. Aber natürlich helfen Ihnen auch die Kolleginnen und Kollegen im ServiceCenter gern weiter.